Vom 31. August bis zum 16. September findet zum zweiten Mal das europäische Kunstfestival ILLUSTRATIVE BERLIN statt. Im Zentrum des Festivals steht eine Ausstellung für zeitgenössische Illustration und Grafik, die mit über 200 Arbeiten renommierter Künstler als führende Werkschau dieser Disziplin gilt. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten aus den Bereichen Illustration, Grafik-Design, Comic, Buchkunst, Animation und Game Art. Zu den Künstlern der Illustrative gehören weltweit bekannte Illustratoren wie Russell Cobb, David Foldvari oder Olaf Hajek und Zeichner wie Tim Dinter, Jens Harder und Frédéric Coché – auch ROGER-Illustrator Mario Wagner ist vertreten.
2007 stellt die ILLUSTRATIVE zum ersten Mal auch in Paris aus. Das Festival findet vom 26. November bis zum 9. Dezember in der französischen Metropole statt und verbindet die Ausstellung der ILLUSTRATIVE mit zahlreichen Sonderpräsentationen.
Dabei dient das Festival keineswegs nur der Selbstbeweihräucherung. Die ILLUSTRATIVE setzt sich kritisch mit der Position von Illustration in der heutigen Zeit auseinander. An der Grenze zwischen Kunst und Design, in der Kunstszene jedoch gerade in den letzten Jahren als „angewandte Kunst“ und zu stark handwerklich gebunden diskreditiert, von der Fotografie als illustratives Medium weitgehend verdrängt, wird die Illustration heute wiederentdeckt. Junge Illustratoren sprechen der heutigen Illustration mit ihren stilistischen Experimenten, dem Experimentieren mit analogen und digitalen Techniken, dem Überkreuzen von Bildlichem, Alltagsschnipseln, Trash, Design und Computerspielästhetik wieder die Fähigkeit zu, als Inkubator visueller Innovation zu fungieren.
So geht die ILLUSTRATIVE BERLIN in einer Podiumsdiskussion der Frage nach, ob Illustratoren Autoren sein können. Wie wichtig ist es für Illustratoren, einen Stil zu entwickeln, der erkennbar ist und mit ihrem Namen verbunden wird? Welche Rolle spielt das Verhältnis von Art Director und Illustrator für die Idee von Autorenschaft? Gibt es einen Unterschied zwischen Illustrationen, die zum Zwecke der Selbstpromotion oder der künstlerischen Entwicklung entstanden sind, und Auftragsarbeiten? Kann es überhaupt eine Geschichte der Illustration geben, wenn die Namen der Protagonisten nicht bekannt sind? Und wie wird eine Illustrationsgeschichte ohne Namen geschrieben?
Als wahres europäisches Festival präsentiert die ILLUSTRATIVE dieses Jahr die aktuelle junge polnische Kunst auf einem „Polnischen Tag“. Eine Reihe von Veranstaltungen zeigt die heutige Grafikszene Polens mit speziellen Ausstellungen und Events.
Erstmalig fördert die ILLUSTRATIVE in diesem Jahr auch junge Talente und prämiert 2007 die besten freien Arbeiten. Ausgezeichnet werden Arbeiten aus den Bereichen Illustration, Grafik oder Animation, die sich mit dem Thema „Paradies“ auseinandersetzen. Wie sehen aktuelle Paradiesvorstellungen aus? Gibt es die noch? Gibt es (digitale) „Ersatzparadiese“ der Gegenwart? Welche Auswirkungen haben sie auf zukünftige Generation?
Im Rahmen des Festivals werden auch einige Workshops rund um Illustrationstechniken und Entscheidungsfindungen angeboten.